Last Updated on 5. März 2025 by Yvonne Usko
Ein Abschied inmitten der Natur – das ist die Idee hinter FriedWald-Bestattungen. Statt eines klassischen Grabsteins auf dem Friedhof ruht die Asche Verstorbener an den Wurzeln eines Baumes in einem speziell ausgewiesenen Waldgebiet. Immer mehr Menschen schätzen diese Bestattungsform, weil sie naturnah, pflegefrei und umweltfreundlich ist. In einem FriedWald übernehmen Bäume, Wind und Wetter die Grabpflege, sodass für Angehörige keinerlei Aufwand entsteht. Doch wie läuft eine FriedWald-Bestattung konkret ab? Welche Kosten sind damit verbunden? Und wo befinden sich FriedWald-Standorte in der Nähe? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um FriedWald-Bestattungen.
Das Wichtigste in Kürze
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Bestattungsart | Beisetzung in biologisch abbaubarer Urne unter einem Baum |
| Kosten | Einzelplatz ab 590 €, eigener Baum ab 2.890 € |
| Beisetzungskosten | 450 € für Graböffnung und biologisch abbaubare Urne |
| Rechtlicher Rahmen | In genehmigten Bestattungswäldern erlaubt, kein Friedhofszwang |
| Grabpflege | Entfällt – die Natur übernimmt |
| Beliebtheit | Immer mehr Menschen wählen diese Bestattungsform |
Die Entstehung der FriedWald-Bestattungen
Ende der 1990er Jahre entstand in der Schweiz die Idee, Bestattungen umweltfreundlicher und natürlicher zu gestalten. Der Schweizer Unternehmer Ueli Sauter entwickelte das Konzept der Bestattungswälder, die als Alternative zu herkömmlichen Friedhöfen dienen. Diese neue Art der Ruhestätte erfreute sich schnell wachsender Beliebtheit, da sie den Verstorbenen eine letzte Ruhe im Wald ermöglicht und gleichzeitig die Umwelt schont.
Das Konzept verbreitete sich rasch über die Grenzen der Schweiz hinaus und erreichte Anfang der 2000er Jahre auch Deutschland. Der erste FriedWald hierzulande wurde 2001 im Reinhardswald in Hessen eröffnet. Dieser Wald bot Menschen erstmals die Möglichkeit, ihre letzte Ruhestätte an den Wurzeln eines Baumes zu finden, umgeben von der natürlichen Schönheit des Waldes.
Seitdem wächst die Anzahl der FriedWald-Standorte stetig. Immer mehr Menschen schätzen die friedvolle Atmosphäre des Waldes und sehen in dieser Bestattungsform eine würdevolle und naturnahe Alternative zur traditionellen Erdbestattung. Gerade für Naturverbundene stellt die Vorstellung, nach dem Tod wieder Teil des Waldes zu werden, eine besonders schöne und sinnvolle Möglichkeit dar.
Ablauf einer FriedWald-Bestattung
1. Auswahl des Baumes
Der erste Schritt bei einer FriedWald-Bestattung ist die Auswahl des passenden Baumes. Angehörige oder der Verstorbene selbst zu Lebzeiten können sich für einen bestimmten Baum entscheiden, der als letzte Ruhestätte dient. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Gemeinschaftsbäume, an denen mehrere Personen ihre letzte Ruhe finden, sowie Einzelbäume oder Familienbäume, die ausschließlich für eine oder mehrere miteinander verbundene Personen reserviert sind. Die Wahl des Baumes kann eine sehr persönliche Entscheidung sein, oft wird ein Baum gewählt, zu dem bereits eine besondere Verbindung besteht oder der eine bestimmte Symbolik besitzt.
2. Vorbereitung
Nachdem die Wahl des Baumes getroffen wurde, erfolgt die Einäscherung des Verstorbenen. Die Asche wird anschließend in eine speziell entwickelte biologisch abbaubare Urne gefüllt. Diese Urnen bestehen aus natürlichen Materialien, die sich mit der Zeit vollständig zersetzen und auf diese Weise Teil des natürlichen Kreislaufs werden. Da es sich um eine naturnahe Bestattungsform handelt, sind konventionelle Urnen aus Metall oder anderen nicht abbaubaren Materialien im FriedWald nicht erlaubt. Während dieser Phase können die Angehörigen auch letzte Vorbereitungen für die Abschiedszeremonie treffen, falls gewünscht.
3. Die Beisetzung
Die eigentliche Beisetzung erfolgt in einer ruhigen und würdevollen Atmosphäre direkt am Fuß des gewählten Baumes. Die Urne wird in einer kleinen, vorher ausgehobenen Grabstelle an den Wurzeln des Baumes beigesetzt. Die Angehörigen haben die Möglichkeit, die Zeremonie individuell zu gestalten. Manche Familien bevorzugen eine stille Beisetzung im engsten Kreis, während andere eine größere Abschiedsfeier mit Musik, Rednern oder rituellen Elementen abhalten möchten. Es besteht auch die Möglichkeit, persönliche Worte zu sprechen oder kleine symbolische Gegenstände wie Blüten oder handgeschriebene Botschaften mit in das Grab zu legen. Diese Freiheit in der Gestaltung macht FriedWald-Bestattungen für viele Menschen besonders attraktiv, da sie sehr persönlich und individuell gestaltet werden können.
4. Keine Grabpflege nötig
Ein großer Vorteil dieser Bestattungsform ist, dass keinerlei Grabpflege erforderlich ist. Die Natur übernimmt die gesamte Pflege des Grabes, sodass Angehörige keine Verpflichtung haben, sich um die Instandhaltung der Ruhestätte zu kümmern. Wer dennoch eine sichtbare Erinnerung wünscht, kann eine kleine Namenstafel am Baum anbringen lassen. Diese Tafeln sind unauffällig gestaltet, sodass sie sich harmonisch in die natürliche Umgebung einfügen. Der Baum selbst bleibt unangetastet und darf nicht mit Blumen, Kerzen oder anderen Dekorationen geschmückt werden, um den natürlichen Charakter des Waldes zu bewahren. FriedWald-Bestattungen bieten somit eine würdevolle, naturnahe und pflegefreie Alternative zu klassischen Friedhofsgräbern.
📎 Mehr Infos gibt es direkt bei der FriedWald GmbH.

Gesetzliche Regelungen für FriedWald-Bestattungen
In Deutschland besteht grundsätzlich Friedhofszwang, das heißt, dass Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt werden müssen. Allerdings gibt es für Bestattungswälder eine gesetzliche Ausnahme. Hier ist die Urnenbeisetzung erlaubt, solange biologisch abbaubare Urnen verwendet werden.
Die genauen rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich je nach Bundesland, daher empfiehlt es sich, sich im Vorfeld über die jeweiligen Bestattungsgesetze zu informieren.
Kosten einer FriedWald-Bestattung
Die Kosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
- Grabnutzungsrecht: Ein Einzelplatz kostet ab 590 €, ein eigener Baum ab 2.890 €.
- Beisetzungskosten: 450 € für die Graböffnung und die biologisch abbaubare Urne.
- Zusätzliche Kosten: Eine Namenstafel oder eine Trauerfeier können weitere Kosten verursachen.
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Insgesamt bleibt eine FriedWald-Bestattung in vielen Fällen günstiger als eine herkömmliche Grabstätte mit Grabstein und laufenden Pflegekosten.
Wo gibt es FriedWald-Standorte in der Nähe?
FriedWald-Standorte gibt es mittlerweile in vielen Regionen Deutschlands. Wer beispielsweise in Herten lebt, hat mehrere Bestattungswälder in erreichbarer Nähe:
| Standort | Adresse | Entfernung von Herten |
| Hückeswagen | Kleinhöhfeld 8, 42499 Hückeswagen | 65,1 km |
| Münsterland | Kreuzung Kuhstraße/Eisenbahnstraße, 48231 Warendorf-Freckenhorst | 88,2 km |
| Möhnesee | Torhaus Möhnesee, Arnsberger Str. 4, 59519 Möhnesee-Delecke | 89,3 km |
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Vorteile und Nachteile einer FriedWald-Bestattung
Vorteile
✔ Umweltfreundliche Bestattungsform
✔ Keine laufenden Pflegekosten
✔ Ruhige, würdevolle Atmosphäre
✔ Oft günstiger als klassische Gräber
Nachteile
✖ Nicht überall verfügbar
✖ Weniger individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
✖ Entfernung zum nächsten FriedWald kann größer sein
Fazit
FriedWald-Bestattungen bieten eine naturnahe, ruhige und umweltfreundliche Alternative zur klassischen Erdbestattung. Sie sind ideal für Menschen, die eine pflegefreie Ruhestätte bevorzugen und Wert auf Nachhaltigkeit legen. Die Zahl der FriedWald-Standorte in Deutschland wächst stetig, wodurch immer mehr Menschen Zugang zu dieser Bestattungsform erhalten. Wer sich für eine FriedWald-Bestattung interessiert, sollte sich frühzeitig über Standorte, Kosten und gesetzliche Bestimmungen informieren.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu FriedWald-Bestattungen
1. Kann man sich zu Lebzeiten einen Baum aussuchen?
Ja, viele Menschen wählen bereits zu Lebzeiten einen Baum aus und regeln die Formalitäten im Voraus.
2. Können Angehörige die Beisetzung individuell gestalten?
Ja, es ist möglich, eine individuelle Trauerfeier mit Musik und Rednern zu gestalten.
3. Was passiert, wenn ein Baum im FriedWald abstirbt?
In diesem Fall bleibt die Ruhestätte bestehen, da die Wurzeln erhalten bleiben. Falls nötig, wird ein Ersatzbaum gepflanzt.
4. Gibt es eine Verpflichtung zur namentlichen Kennzeichnung?
Nein, eine Namenstafel ist optional. Angehörige können selbst entscheiden, ob sie eine Kennzeichnung wünschen.
5. Sind FriedWald-Bestattungen günstiger als klassische Bestattungen?
Oft ja, da keine laufenden Kosten für Grabpflege oder Grabstein anfallen.